Jeder zwischen 18 und zum vollendeten 72 Lebensjahren, der gesund ist und über 50 kg
wiegt, kann Blut spenden. Wer gesund ist, kann vom Arzt in individueller
Entscheidung auch nach dem 72. Geburtstag zur Spende zugelassen werden.
Neuspender (Erstspender) dürfen bis zum
vollendeten 68. Lebensjahr zur ersten Blut zugelassen werden.
Eine regelmäßige Einnahme von
Medikamenten (zum Beispiel Bluthochdruckmittel) muss nicht von einer
Spende ausschließen. Hier entscheidet der Arzt oder die Ärztin vom Blutspendedienst individuell von Fall zu Fall.
Bei der so genannten Vollblutspende wird rund 500
ml Blut über die
Armvene in ein Beutelsystem entnommen und bei der
anschließenden Verarbeitung in die verschiedenen Bestandteile (Blutkomponenten)
aufgeteilt. Diese Art der Blutspende wird am häufigsten durchgeführt, da die Entnahme in der Regel auch bei der Erstspende ohne Probleme vertragen wird. Zudem kann durch eine
Blutspende vielen verschiedenen Menschen geholfen werden, weil Empfänger ganz gezielt nur die Komponenten des Blutes erhalten, die sie benötigen. Die Vollblutspende an sich dauert etwa 5-10 Minuten. Einschließlich Untersuchung, Ruhephase und Imbiss reicht eine knappe Stunde. Damit der Körper genügend Zeit hat, den Blutverlust wieder auszugleichen darf der Abstand zwischen zwei Blutspenden acht Wochen nicht unterschreiten und sollte bei Frauen mindestens 12 Wochen betragen.
Nach der Auftrennung des Vollblutes durch Zentrifugierung in die verschiedenen Bestandteile (Leukozyten, Erythrozyten, Blutplasma) wird das Spenderblut in einer eingehenden Untersuchung auf die Eignung überprüft. Falls dieses Blut durch dem Spender nicht bekannte (oder ggf. nicht genannte) Umstände als untauglich eingestuft wird, wird es vernichtet und der Blutspender schriftlich über die möglichen Ursachen informiert. Wird die Blutkonserve als geeignet eingestuft, werden aus den einzelnen Komponenten des Blutes unterschiedliche Blutpräparate hergestellt, die in einer Blutbank eingelagert werden.
Ein Spezialfall der Vollblutspende ist die sogenannte Eigenblutspende, deren Bekanntheitsgrad vor allem durch die jüngsten Diskussionen über Blutdoping im Hochleistungssport gestiegen ist. Bei der unter medizinisch sinnvollen Aspekten durchgeführten Eigenblutspende wird dagegen im Vorfeld eines medizinischen Eingriffes 1-3 mal eigenes Blut entnommen, gelagert, und bei Bedarf eingesetzt.
Ist beispielsweise bei einer geplanten Operation ein hoher Blutverlust mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwarten, kann prophylaktisch bereits einige Wochen vor dem Eingriff Blut entnommen werden. Da die Haltbarkeit der Blutkonserven auf 42 Tage begrenzt ist, kann mit der Eigenblutvorsorge frühestens 6 Wochen vor der Operation begonnen werden.
Der eventuell entstehende Blutverlust wird dann durch die eingelagerte Blutkonserve ausgeglichen. Der große Vorteil gegenüber einer normalen Blutspende entsteht dadurch, dass es sich nicht um Fremdblut handelt. Somit ist eine optimale Verträglichkeit sichergestellt, sodass der Körper nach einer schweren Operation nicht noch mit weiteren Komplikationen durch die Bluttransfusion zu kämpfen hat.
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