Plasmaspende

Blutplasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes neben den Blutzellen. Es besteht zu 90% aus Wasser und enthält quasi alle wichtigen Substanzen, die im Blut transportiert werden. Plasma wird hauptsächlich zur Herstellung von wichtigen Medikamenten benötigt, die Patienten verabreicht werden, deren Blut durch Krankheit seine Funktion nicht mehr voll erfüllen kann, z.B. bei Blutgerinnungsstörungen oder lebensgefährlichen Abwehrschwächen. Für Plasma besteht in Deutschland ein besonders großes Spendedefizit: Derzeit fehlen knapp 200.000 Liter im Jahr. Diese Lücke kann bislang nur durch Importe von Plasma vor allem aus den USA geschlossen werden. Deutschland und auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union streben daher eine Selbstversorgung auch mit Blutplasma an. Dies soll durch die so genannte Plasmaspende geschehen, welche in der deutschen Bevölkerung allerdings noch weitgehend unbekannt ist.

Ein Plasmaspender soll mindestens 18 Jahre alt sein und mindestens 50 kg wiegen und darf nicht älter als 65 Jahre sein (Erstspender unter 60 Jahre). Mit besonderer ärztlicher Bescheinigung sind auch Spenden im Alter über 65 Jahre durchaus möglich.
Bei der Plasmaspende wird dem Spender das Blut entnommen und in einem speziellen Gerät (Plasmapheresegerät) während der Spende sofort in die einzelnen Bestandteile zerlegt. Der Spendevorgang ist aufwendiger als bei der Vollblutspende und dauert daher mit rund 30 - 60 Minuten deutlich länger. Insgesamt dauert eine Blutplasmaspende etwa eine bis anderthalb Stunden. Für den ersten Besuch sollten Sie max. 2 Stunden einplanen.

Das Blutplasma wird aus dem der Vene des Spenders entnommenen Blut gewonnen. Mit Hilfe einer Zentrifuge oder eines Filters wird das Plasma von anderen Bestandteilen des Bluts (z.B. rote und weiße Blutkörperchen) getrennt, gesammelt und nach Beendigung des Spendevorgangs zur weiteren Verwendung kühl gelagert.
Die Blutzellen inklusive den wichtigen roten Blutkörperchen werden zusammen mit einer Kochsalzlösung zum Flüssigkeitsausgleich dem Spender wieder zugeführt, sodass die Blutplasmaspende einen wesentlich geringeren Einfluss auf den Organismus des Spenders hat.
Da dem Plasmaspender nur der Plasma-Anteil des Blutes entnommen wird, kann er häufiger zur Spende kommen als ein Vollblutspender. Aus medizinischen Gründen wird lediglich ein Mindestspendeabstand von einer Woche empfohlen. Das gespendete Gesamtvolumen darf jedoch 25 Liter Plasma, also je nach Abnahmemenge 40 oder 44 Plasmapheresen pro Jahr nicht überschreiten. Durch die Vollblutspenden allein kann der Bedarf an Plasma nicht gedeckt werden. Blutplasmaspenden können zusätzlich zur Vollblutspende durchgeführt werden, wobei durch eine Plasmaspende allein 660 ml Plasma gewonnen werden können. Daher sollte sich jeder Blutspender einmal überlegen, ob er nicht zusätzlich zur Vollblutspende auch durch eine Plasmaspende helfen will.

Selektion von Kandidaten für eine Plasmaspende

Zu beachten ist, dass nicht jeder Vollblutspender automatisch auch als Plasmaspender geeignet ist. Eine positiv verlaufende Eignungsuntersuchung zum Plasmaspender ist hierfür notwendig, die nach jeder 15. Spende wiederholt werden muss. Üblicherweise wird von den Spendern verlangt, dass sie zumindest einmal (besser: regelmäßig) erfolgreich (d.h. ohne Komplikationen) eine Blutspende vollzogen haben.

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